Beim Besuch des Ofen- und Luftheizungsbauermeisters Hendrik Schütze diskutierte der sächsische Ministerpräsident die Rolle von Holzöfen für Resilienz, Versorgungssicherheit und Akzeptanz der Wärmewende im Flächenland Sachsen.
Am 20. Januar 2026 besuchte der sächsische Michael Kretschmer die Ausstellungsfläche des Ofen- und Luftheizungsbauermeisters Hendrik Schütze in Großenhain. Der Termin fand im Zusammenhang mit der Auszeichnung der Großenhainer Ofenbauer GmbH als „Handwerksbetrieb des Jahres 2025“ statt und bot Gelegenheit zu einem fachlich wie politisch geprägten Austausch über den Stellenwert moderner Einzelraumfeuerstätten.
Hendrik Schütze führt den Betrieb in zweiter Generation. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit vertritt er als Bundesfachgruppenleiter das höchste fachliche Gremium des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks in Deutschland. Zudem wirkt er aktiv im Gesamtverband Ofenbau GVOB mit. Diese Verbindung von betrieblicher Praxis und fachpolitischem Engagement prägte auch den Charakter des Besuchs.
Anlass des Besuchs war die Verleihung des „Zukunftspreises – Handwerksbetrieb des Jahres 2025“ durch die Handwerkskammer Dresden, die den Preis unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten vergibt. Ausgezeichnet werden Betriebe, die wirtschaftliche Stabilität, Innovation und nachhaltige Entwicklung verbinden. Im Fall der Großenhainer Ofenbauer GmbH würdigte die Jury insbesondere die Kombination aus moderner Technik, Ausbildungsengagement und regionaler Verwurzelung.
Im Rahmen eines Rundgangs ließ sich Ministerpräsident Kretschmer emissionsarme Ofentechnologien, moderne Steuerungssysteme und hybride Lösungen zeigen. Der Fokus lag dabei weniger auf einzelnen Produkten als auf dem Zusammenspiel aus Technik, Nutzungskonzept und Einbindung in bestehende Heizsysteme. Sichtbar wurde ein Verständnis des Holzofens als ergänzende Wärmelösung im Bestand, nicht als isolierte Einzellösung.
Im anschließenden Kamingespräch ordnete Ministerpräsident Kretschmer diese technischen Entwicklungen politisch ein. Er betonte die Bedeutung dezentraler Wärmelösungen für Sachsen als Flächenland mit vielen ländlich geprägten Regionen. Einzelraumfeuerstätten könnten aus seiner Sicht einen Beitrag zur Resilienz leisten, insbesondere bei Stromausfällen oder Energieengpässen. Zugleich äußerte er Kritik an einer Regulierung, die pauschal ansetze und den technischen Fortschritt nicht ausreichend berücksichtige. Energiepolitik, so Kretschmer, müsse praktikabel bleiben und dürfe funktionierende Lösungen nicht ohne Differenzierung einschränken. Er bat darum, über Entwicklungen im Bereich Holzofen und Einzelraumfeuerstätten informiert zu bleiben.
Diese Fragestellungen stehen auch im Zentrum der Initiative #ofenzukunft, einer Initiative des Gesamtverbands Ofenbau. Sie befasst sich mit der Rolle moderner Einzelraumfeuerstätten im Spannungsfeld von Emissionsminderung, Versorgungssicherheit und Akzeptanz der Wärmewende. Im Rahmen des Besuchs überreichte Dr. Johannes R. Gerstner, politischer Berater der #ofenzukunft, Ministerpräsident Kretschmer die aktuelle #ofenzukunft-Studie. Sie analysiert unter anderem die Bedeutung dezentraler, stromunabhängiger Wärmetechnik und die Voraussetzungen für ihre sachgerechte regulatorische Einordnung.
Zum Abschluss des Termins überreichte Hendrik Schütze dem Ministerpräsidenten das Buch „Das Kaminfeuer und das gute Leben“ von Jutta von Campenhausen. Die Geste verwies auf eine Dimension der Debatte, die in politischen Auseinandersetzungen häufig in den Hintergrund tritt: die Frage, welche Rolle Wärme, Eigenverantwortung und Verlässlichkeit im Alltag der Menschen spielen.