Von Dr. Johannes R. Gerstner, Advisor der Initiative #ofenzukunft
Versorgungssicherheit und Resilienz sind kein abstraktes Zukunftsszenario. Sie sind eine akute Frage unserer Gegenwart. Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, politische Erpressung, gezielte Sabotage und staatliches Eingreifen gehören inzwischen zum realistischen Risikokorridor moderner Gesellschaften. Stromnetze werden angegriffen, Kommunikationssysteme gestört, Energieflüsse bewusst verunsichert. Das ist keine Theorie – das passiert jetzt.
In dieser Lage zeigt sich, was Resilienz tatsächlich bedeutet. Nicht als wohlklingender Begriff aus Strategiepapieren, sondern als praktische Fähigkeit, den Alltag auch dann aufrechtzuerhalten, wenn zentrale Systeme versagen. Genau hier rückt eine Ressource in den Fokus, die erstaunlich häufig übersehen wird: der Ofen.
Moderne Kamin- und Kachelöfen sind keine nostalgischen Einrichtungsstücke, sondern robuste Infrastrukturelemente. Sie funktionieren dezentral, stromunabhängig und ohne digitale Steuerung. In Krisen- und Katastrophenlagen liefern sie das, worauf es dann unmittelbar ankommt: verlässliche Wärme. Sie sichern die Bewohnbarkeit von Häusern, schützen Gebäude vor Frostschäden und ermöglichen Menschen, in ihrem vertrauten Umfeld zu bleiben, statt auf externe Notversorgung angewiesen zu sein. Das ist gelebte Resilienz – sofort wirksam und nicht erst nach organisatorischem Hochlauf.
Doch ihre Bedeutung reicht über das Technische hinaus. Wärme ist nicht nur eine Frage von Raumtemperatur. Sie wirkt stabilisierend, ordnend, beruhigend. Ein beheizter Raum schafft Besonnenheit, fördert klare Entscheidungen und gibt Halt in Situationen, die sonst schnell in Überforderung kippen. Wer im Kalten sitzt, verliert Handlungsspielraum – psychologisch wie ganz praktisch. Wer Wärme hat, sichert unmittelbar seine Existenz.
In Deutschland stehen rund 11 Millionen dezentral und stromunabhängig betreibbare Einzelraumfeuerstätten. Sie bedeuten für schätzungsweise 25 Millionen Menschen ein warmes Zuhause – selbst dann, wenn Netze ausfallen. Dieses Potenzial ist real, vorhanden und gesellschaftlich relevant. Es ist kein theoretischer Reserveposten, sondern eine funktionierende Infrastruktur, finanziert, betrieben und gepflegt von Bürgerinnen und Bürgern.
Gerade deshalb muss der Staat dieses Potenzial angesichts seiner Fürsorgepflicht im Katastrophenfall konsequent mitdenken. Versorgungssicherheit darf nicht allein durch zentrale Systeme definiert werden. Sie muss das berücksichtigen, was unabhängig funktioniert, regional verankert ist und im Ernstfall sofort verfügbar bleibt.
Der Ofen ist kein Symbol vergangener Zeiten, sondern ein stabiler Baustein moderner Resilienz. Wer heute über Krisenvorsorge, über gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit und über Verantwortung spricht, sollte ihn nicht übersehen. Nicht aus Sentimentalität – sondern aus nüchterner, gegenwartsbezogener Vernunft.
Versorgungssicherheit beginnt nicht irgendwo. Sie beginnt dort, wo Menschen leben.
Im Wohnzimmer. Und nicht selten direkt vor dem Feuer.
Wir stimmen jeder Zeile zu uns sind seit Jahren glücklich, einen Ortner-Speicherofen zu besitzen.