Der Holzbestand in deutschen Wäldern beträgt etwa 3,7 Milliarden Kubikmeter (Festmeter). Das entspricht einen Holzvorrat von circa 335 Kubikmeter pro Hektar. Zu viel meint Andreas Bitter, Präsident des Waldbesitzerverbandes AGDW, in einem Interview mit der Rheinischen Post.
Diese Aussage wird Umweltverbänden in Deutschland nicht gefallen. Dabei entwickelt sich der deutsche Baumbestand in den letzten Jahren leicht nach oben, so die Ergebnisse der Waldzustandserhebung aus dem Jahr 2024. Und genau hier fassen die Aussagen von Andreas Bitter an. Aus seiner Sicht mag das „Anlegen großer Vorräte bei Lebensmitteln sinnvoll erscheinen, im Wald bergen sie große Risiken“. Es gäbe ein vermehrtes Risiko gegenüber Stürmen, Dürre und Schädlingen, durch den hohen Baumbestand.
Holzvorrat liegt weit über EU-Durchschnitt
Der deutsche Holzvorrat liegt etwa 85 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Allerdings ist das vor allem dem Altbestand an Bäumen geschuldet. Ein Waldumbau würde laut Bitter nicht nur der Holzwirtschaft zugutekommen, sondern auch der Umwelt. „Auf der Fläche gesehen binden junge, wachsende Bestände deutlich mehr Kohlendioxid als alte Wälder“, erklärt er. Und das fordert er auch bei der Bewertung des Klimaschutzes im Bezug auf den deutschen Wald ein. Es müsse in Zukunft der Holzzuwachs und die Holznutzung stärker berücksichtigt werden. Und um dies zu gewährleisten, sollten alte Bestände nachhaltig genutzt werden, um den Neuaufbau möglich zu machen. Doch im Moment werde laut Bitter viel weniger Holz geerntet, als nachhaltig nutzbar wäre.
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