Gut, wenn man einen Ofen hat: Drohen Stromausfälle im Januar?

Dr. Markus Krebber, Vorstandsvorsitzende der Essener RWE AG, hat die deutsche Stromversorgung im Gespräch mit dem Magazin Focus als „wackelig“ bezeichnet. Im Januar drohten bei schlechtem Wetter die ersten Ausfälle.

Anlass, über die Sicherheit der deutschen Stromversorgung nachzudenken, war eine sogenannte Dunkelflaute Anfang November: Windstille und Dunkelheit brachten die Produktion aus erneuerbaren Quellen fast zum Erliegen, die konventionellen deutschen Kraftwerke schafften es nicht mehr, genügend Energie ins Netz einzuspeisen. Ein Fünftel des in Deutschland benötigten Stroms musste zeitweise im Ausland zugekauft werden; die Preise an den Strombörsen stiegen derweil bis auf das Fünffache des normalen Niveaus.

Deutschland produziert zu wenig Strom

Für RWE-Chef Markkus Krebber bewiesen die Tage zwischen dem 4. und 8. November „Deutschland produziert zu wenig Strom.“ Seiner Einschätzung nach würde man eine Dunkelflaute an Tagen mit besonders hohem Strombedarf wie zum Beispiel im Monat Januar „nicht bewältigen“ können. Krebber mahnt den Kraftwerks-Zubau im Bereich der sicheren Stromerzeugung an: „Wir haben keine Zeit mehr, ganz im Gegenteil“. „Die Zeit drängt und nicht erst seit diesem Monat“ schrieb er bei LinkedIn. Sein Hintergrund: Das Kraftwerkssicherheitsgesetz der Bundesregierung, dass diesen Zubau regeln soll, steht seit dem Aus der Ampel-Koalition auf der Kippe.

„Brownouts“ wahrscheinlicher

Noch gab es keinen bundesweiten Blackout. Wird Strom knapp, lassen die Netzbetreiber das Netz nicht erst kollabieren. Sie stellen einigen Gegenden oder Großverbrauchern vorübergehend den Strom ab, um die anderen zu schützen. Weil keine Gegend lange ohne Strom bleibt und die Betreiber die Ausfallzeiten über viele Orte verteilen, sprechen Experten deshalb von „rollenden Blackouts“ oder „Brownouts“. Aber auch bei wenigen Stunden ohne Strom läuft keine Gas- oder Ölheizung mehr.

Bundesamt rät zu Kamineinbau

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät zur Vorsorge. Dazu zähle unter anderem, einen Gaskocher kaufen, um warme Mahlzeiten im Freien kochen zu können. Auch solle man eine zweite Wärmequelle wie einen Kamin einbauen und Brennmaterial bereitlegen. Auch warme Kleidung und Decken helfen. Zudem solle man eine Lichtquelle bereithalten: Taschenlampe, Kerzen und Streichhölzer oder Feuerzeuge, Camping- oder Outdoor-Lampen. Auch weil bei Stromausfall Geldautomaten nicht mehr funktionieren solle man Bargeld bereithalten.

Eine sogenannte Dunkelflaute Anfang November zeigte die Schwä-chen der deutschen Stromversorgung: Der RWE-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Krebber fordert den schnellen Bau sicherer Kraftwerke. Foto: RWE
5 1 Abstimmung
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
Suche

Aktuelles
Die neuesten Beiträge

Newsletter

Anmeldung Newsletter

Kommen Sie mit uns ins Gespräch

Weitere Beiträge

  • Zahlen
  • Wirtschaft
  • Innovationen
  • Positionen
  • Umwelt
Rund 18 Prozent der in Deutschland verbrauchten Wärme stammten 2024 aus regenerativen Energien. Der Anteil der Bioenergie daran liegt bei 81 Prozent, wobei biogene Festbrennstoffe – vor allem Holz – am stärksten zur erneuerbaren Wärmeerzeugung beitrugen. Grafik: FNR

Biomasse bleibt wichtigste erneuerbare Wärmequelle

23. Juli 2025

Bioenergie war mit einem Anteil von über 80 Prozent auch 2024 der Hauptlieferant erneuerbarer Wärme in Deutschland.

Treibhausgase: Deutschlands Bilanz 2024 ist durchwachsen

7. Januar 2025

Aufgrund neuer Rekorde bei Erneuerbaren und einem historischen Tief bei der Kohleverstromung gingen die Treibhausgasemissionen in Deutschland 2024 deutlich zurück.

Klimaschutz in Deutschland: Fortschritte und Herausforderungen

7. Januar 2025

Deutschland befindet sich auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045, doch es gibt bedeutende Defizite, die Fortschritte behindern.

Nach oben scrollen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x