„Das Klimaschutzgesetz gehört dringend auf den Prüfstand“

Eine dringende Novellierung des 2021 verabschiedeten, deutschen Klimaschutzgesetzes (KSG) fordert jetzt der Tübinger Prof. a.D. Roland Irslinger. Der bekannte Forstwirtschaftler und Waldökologe kommt zu dem Schluss, dass die vom KSG geforderte Senkenleistung von 25 bis 40 Mio. Tonnen CO2 bis zum Jahr 2045 schon heute nicht erreichbar ist.

Wälder aus Gründen des Klimaschutzes aktuell nicht mehr zu nutzen, ist nach Ansicht Irslingers Greenwashing, „weil biogene Senken wie vermiedene Emissionen behandelt werden und die Öffentlichkeit so über die tatsächliche Höhe der fossilen Emissionen getäuscht wird.“

KSG-Betrachtung greift zu kurz

Die Festsetzungen des KSG seien außerdem deshalb falsch, „weil sich die Klimaschutzeffizienz des Waldes aus einer Gesamtbetrachtung von Walz- und Holzproduktspeicher einschließlich der energetischen und stofflichen Substitutionseffekte ergibt und nicht allein aus der im Wald gespeicherten Menge an Kohlenstoff.“ Irslinger fordert die Macher des KSG auf, sich mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu diesem Thema intensiv zu beschäftigen.

Ziele sind unmöglich zu erreichen

Die Erfüllung der 221 im KSG gesetzlich festgelegten Senkenziele des LULUCF-Sektors sei angesichts des Klimawandels objektiv unmöglich, so Irslinger: „Nicht mehr genutzte Wälder würden ab der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts in die Zerfallphase eintreten und die Atmosphäre mit gewaltigen Mengen an CO2 belasten.“

Fachbeitrag zum Download

Den ganzen Fachbeitrag von Prof. a.D. Irslinger aus dem Magazin FTI, die Mitgliederzeitschrift des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) e. V., finden Sie hinter diesem Link.

Prof. a.D. Roland Irslinger streitet seit Jahren dafür, dass die Klimaschützer den Nutzen nachhaltiger Waldbewirtschaftung erkennen und ihr gestecktes Ziel prüfen, den CO2-Eintrag in die Atmosphäre durch eine extensive Waldnutzung zu senken.
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