Internationale Klimapolitik nach Belém vor Neuanfang

Die internationale Klimapolitik, in der sich Regierungen einmal im Jahr auf einen Minimalkonsens zum Schutz der Atmosphäre geeinigt haben, ist Vergangenheit. Zwar haben die Regierungen es auf der 30. Klimakonferenz (COP30) in der brasilianischen Metropole gerade noch geschafft, den diplomatischen Eklat zu verhindern. Inhaltlich aber ist das, was dann verabschiedet wurde, Beobachtern zufolge meilenweit von dem entfernt, was nötig wäre.

Trotz 19 Stunden Nachsitzens ist in Brasilien nicht viel mehr herausgekommen, als dass überdeutlich wurde, dass keine Aussicht mehr auf einen internationalen Konsens besteht. Vielmehr ist die Welt so klar wie nie zuvor in mehrere Lager gespalten: In die Länder, wie Russland, USA und die OPEC-Staaten die weiterhin fossile Energien fördern und vermarkten wollen und jene 80 Länder, die wie die Staaten Europas auf erneuerbare Energien setzen. Ebenso gibt es Staaten wie z.B. China, die neben Energie aus Wind und Sonne auch gleichzeitig auf konventionelle Kraftwerke zur Energiegewinnung setzen.

Innovation reduziert Abhängigkeit

Analysten wie Petra Pinzler, Hauptstadtkorrespondentin der Zeit, kommt zu dem Fazit, dass jedem noch so enttäuschenden Ende auch die Chance eines Anfangs innewohnt. Sie schreibt: „Deswegen hilft jetzt nur, das Problem neu zu betrachten – und die Lösung anders zu organisieren.“ Ihre Empfehlung lautet: „Wo kollektive Prozesse versagen, braucht es künftig kleinere, schnelle Gruppen, die gemeinsam etwas tun. Und zwar ganz praktisch.“ Die willigen Länder sollten enger zusammenarbeiten, gemeinsam oder getrennt die Nutzung erneuerbarer Energien erschließen. Nur das könne die Macht der Anbieter von Kohle, Gas und Erdöl brechen, und zwar nicht nur die ökonomische, sondern auch ihre politische. Ihrer Einschätzung nach könnten die COPs künftig eine Börse für solche Initiativen gegen die Klimakrise werden. 

EU stellt Mittel bereit

Die EU ist laut Kommission nach wie vor der weltweit größte Anbieter internationaler Klimafinanzierung. Zusammen mit ihren Mitgliedstaaten stellte sie 2024 insgesamt 31,7 Mrd. EUR aus öffentlichen Quellen bereit und mobilisierte weitere 11 Mrd. EUR an privaten Finanzmitteln. Damit werden Projekte in Entwicklungsländern auf der ganzen Welt finanziert, die dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu stärken.

Die 30. Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém konnte die Erwartungen nicht erfüllen, die Ergebnisse blieben trotz Verlängerung bescheiden. Stattdessen wurde überdeutlich, dass die Welt in Sachen Klimaschutz in zwei Lager zerfällt. Foto: adobe stock - maurice norbert
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