Dämmung eines Hauses

Zwischen Unsicherheit und Klimazielen: Was die EPBD-Debatte für Einzelraumfeuerstätten bedeutet

Die politische Diskussion um die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) nimmt erneut Fahrt auf. Wie Table.Media berichtet, setzt sich die Ministerpräsidentenkonferenz gemeinsam mit dem Bundeskanzler dafür ein, die Umsetzung der Richtlinie um zwei Jahre zu verschieben und zentrale Vorgaben abzuschwächen. Die Frankfurter Rundschau verweist in ihrer Analyse darauf, dass Umweltverbände vor wachsenden Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für das Handwerk warnen, wenn essenzielle Effizienzvorgaben weiter verwässert werden.

Auf den ersten Blick betrifft die EPBD vor allem die Gebäudehülle und zentrale Heizsysteme. Einzelraumfeuerstätten – also Kamin- und Kachelöfen – stehen damit nicht im Zentrum der Regulierung. Dennoch ist das Umfeld für die Branche hoch relevant. Verzögerungen im europäischen und nationalen Gesetzgebungsprozess erzeugen Unsicherheiten auf allen Ebenen: Kundinnen und Kunden zögern bei Investitionen, das Handwerk kann seine Kapazitäten schwer planen und die Industrie bleibt im Unklaren, in welche Entwicklungen und Technologien sie jetzt strategisch investieren soll.

Dr. Johannes R. Gerstner, politischer Berater der Initiative #ofenzukunft macht daher deutlich, was nun notwendig ist: „Wir brauchen endlich verlässliche Planungssicherheit für Handwerk, Industrie und die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Politik muss Klarheit schaffen – sowohl für den Markt als auch für die langfristige Ausrichtung der Energiewende. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht davor drücken, uns den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen. Energie aus Holz ist CO₂-freundlich und muss ein integraler Bestandteil eines zukunftsfähigen Energiesystems bleiben.“

Für die #ofenzukunft bleibt entscheidend, dass die Rolle dezentraler und unabhängiger Wärmequellen im politischen Prozess nicht aus dem Blick gerät. Moderne, emissionsarme Einzelraumfeuerstätten können einen wichtigen Beitrag leisten: als effiziente Ergänzung in hybriden Heizsystemen, als entlastende Wärmequelle bei Spitzenlasten und als robuste Option in Krisensituationen. Eine klare Regulierung würde der Branche ermöglichen, diese Potenziale weiter auszubauen – und den Weg zu einer klimastabilen, sicheren Wärmeversorgung aktiv mitzugestalten.

https://table.media/berlin/news/gebaeude-mpk-will-eu-richtlinie-verschieben

https://www.fr.de/wirtschaft/eine-minute-vor-12-laender-koennten-kritische-eu-verordnung-reissen-zr-94069183.html

5 1 Abstimmung
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
Suche

Aktuelles
Die neuesten Beiträge

Newsletter

Anmeldung Newsletter

Kommen Sie mit uns ins Gespräch

Weitere Beiträge

  • Zahlen
  • Wirtschaft
  • Innovationen
  • Positionen
  • Umwelt
Rund 18 Prozent der in Deutschland verbrauchten Wärme stammten 2024 aus regenerativen Energien. Der Anteil der Bioenergie daran liegt bei 81 Prozent, wobei biogene Festbrennstoffe – vor allem Holz – am stärksten zur erneuerbaren Wärmeerzeugung beitrugen. Grafik: FNR

Biomasse bleibt wichtigste erneuerbare Wärmequelle

23. Juli 2025

Bioenergie war mit einem Anteil von über 80 Prozent auch 2024 der Hauptlieferant erneuerbarer Wärme in Deutschland.

Treibhausgase: Deutschlands Bilanz 2024 ist durchwachsen

7. Januar 2025

Aufgrund neuer Rekorde bei Erneuerbaren und einem historischen Tief bei der Kohleverstromung gingen die Treibhausgasemissionen in Deutschland 2024 deutlich zurück.

Klimaschutz in Deutschland: Fortschritte und Herausforderungen

7. Januar 2025

Deutschland befindet sich auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045, doch es gibt bedeutende Defizite, die Fortschritte behindern.

Nach oben scrollen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x