Kündigte mehrere Kurskorrekturen in der deutschen Energiepolitik an: Katherina Reiche (CDU), neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Foto: BMWE/Chaperon

Neue Energieministerin: „Versorgungssicherheit hat die höchste Priorität“

Das Bundeswirtschaftsministerium heißt nicht länger Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, sondern Ministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE): Das beschreibt eine Kurskorrektur der schwarz-roten Koalition. Ministerin Katherina Reiche (CDU) stellte die neuen Prioritäten jetzt in ihrer Antrittsrede vor.

Neben Lob für ihren Vorgänger Robert Habeck ging es vor allem um Veränderungen in der Energiepolitik. Dazu sagte die neue Ministerin: „Versorgungssicherheit hat für uns höchste Priorität“. Der Blackout auf der iberischen Halbinsel – am 28. April 2025 war es in Spanien und Portugal zu massiven Stromausfällen gekommen – habe gezeigt, wie verwundbar das Stromsystem sein könne. Zwar habe der Ausbau von Wind- und Solarenergie Deutschland beim Klimaschutz ganz stark vorangebracht, betonte die Ministerin. Jedoch gelte es jetzt, die Systemkosten in den Griff zu bekommen.

Erneuerbare reichen allein nicht

„Die Erneuerbaren Energien sind eine Erfolgsgeschichte, ohne Zweifel“, erklärte Reiche ihre Sicht auf die Energiewende weiter. Noch aber würden sie allein nicht ausreichen, um Deutschland zuverlässig und zu bezahlbaren Preisen zu jeder Stunde des Jahres mit Strom zu versorgen. Vor allem die Ausschreibungen für Gaskraftwerke sollten deshalb jetzt schnell umgesetzt werden, damit die Versorgungssicherheit auch weiterhin garantiert werden könne, betonte sie. Der Koalitionsvertrag nennt einen Ausbaubedarf von bis zu 20 Gigawatt für schnell zuschaltbare Gaskraftwerke. Auch CCS (Carbon Capture and Storage), die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid) und CCU (Carbon Capture and Utilization), also die Abscheidung und Nutzung von Kohlendioxid, sollen eine stärkere Rolle spielen.

Mit dem Netzausbau synchronisieren

Zum jetzt nötigen Realitätscheck gehöre auch, so die Ministerin, den Erneuerbaren-Ausbau räumlich und zeitlich besser mit dem Netzausbau zu synchronisieren: „Wir werden für eine gründliche Bestandsaufnahme sorgen und dann das Thema mit hoher Priorität angehen“. Der Netzausbau sei zwingend erforderlich, um die Integrationsleistung für die Erneuerbaren zu erbringen, erklärte sie und unterstrich damit die Bedeutung der zu modernisierenden oder neu zu bauenden Stromtrassen in Deutschland.

Antrittsrede macht Ofenbranche Mut

Die Themen „Heizen mit Holz“ oder „Biomassenutzung“ kamen nicht in der Antrittsrede der neuen Energieministerin Katherina Reiche vor. Verwundert hat es die Branche nicht: „Die Zukunft der Wirtschaft wie die Zukunft der Energieversorgung sind superkomplexe Themen. Und in so einem Rahmen ist wohl nur Raum für die groben Eckpunkte“, kommentierte Yvonne Xeller, Sprecherin der Initiative #ofenzukunft die Reiche-Rede. Positiv stimme aber, dass die Energiepolitik von Schwarz-Rot die Versorgungssicherheit in den Vordergrund rücke. „Ein besseres Verständnis für die Bedeutung des Heizens mit Holz für das Gelingen der Energiewende fördern wir gerne“, so Xeller.

Hier finden Sie die ganze Antrittsrede von Ministerin Katherina Reiche: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Reden/2025/rede-amtsantritt-katherina-reiche.html

 

Kündigte mehrere Kurskorrekturen in der deutschen Energiepolitik an: Katherina Reiche (CDU), neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Foto: BMWE/Chaperon
Kündigte mehrere Kurskorrekturen in der deutschen Energiepolitik an: Katherina Reiche (CDU), neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Foto: BMWE/Chaperon
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