Seit April ist ein nahezu konstanter Rauchstrom von Waldbränden aus Kanada zu verzeichnen, außerdem extreme Brände in Südwesteuropa, ungewöhnlich starke Staubverfrachtungen und hohe Ozonkonzentrationen im Zusammenhang mit Hitzewellen. Zum Ende des meteorologischen Sommers überprüft der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) die wichtigsten Luftqualitätsereignisse.
Auch die Türkei, Zypern und andere Gebiete Südosteuropas erlebten zu Beginn der Saison erhebliche Brände. Insgesamt lagen die durchschnittlichen Emissionen für Europa und das Vereinigte Königreich in den ersten Sommermonaten jedoch unter dem Durchschnitt. Anfang August erreichten die Emissionen der Iberischen Halbinsel innerhalb einer einzigen Woche den höchsten Jahreswert in den 23 Jahren des CAMS Global Fire Assimilation System (GFAS)-Datensatzes.
Rauch rund um den Erdball
CAMS-Wissenschaftler beobachteten den Rauchtransport über Portugal, Spanien und weiter über Europa, der sich, wie im obigen Beispiel gezeigt, zu kanadischem Waldbrandrauch, Saharastaub und Ozonkonzentrationen addierte. Die Emissionen der Iberischen Halbinsel machten im August 2025 etwa die Hälfte der Gesamtemissionen der EU und Großbritanniens aus, und Europa und Großbritannien erreichten rasch die höchsten Emissionen im GFAS-Datensatz.
Waldbrand fördert Ozonbelastung
Die kanadischen Wälder brannten bis Anfang September intensiv und erreichten die zweithöchsten jährlichen Emissionen nach dem Katastrophenjahr 2023. Waldbrandrauch hat erhebliche Auswirkungen auf die Luftqualität und damit auf die Gesundheit vor Ort und potenziell auch im Umkreis von Tausenden von Kilometern. Während die Kohlenstoffemissionen von Waldbränden ein guter Indikator für deren Intensität sind, enthält Brandrauch andere primäre Luftschadstoffe wie Stickoxide, Schwefeloxide und Feinstaub und trägt potenziell zur Bildung sekundärer Schadstoffe wie Ozon bei.
Staub aus der Sahara
Im Sommer 2025 kam es zudem zu ungewöhnlich häufigen und intensiven Saharastaubtransporten, sowohl über das Mittelmeer nach Südeuropa als auch über den Atlantik Richtung Amerika, mit erheblichen Staubeinträgen. „Natürliche Staubereignisse beeinträchtigen die Luftqualität und stellen somit ein potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit dar“, sagt Mark Parrington, leitender Wissenschaftler am CAMS. Mehr Infos zu den Ergebnissen des Feinstaub-Monitorings finden Sie unter https://atmosphere.copernicus.eu/highest-wildfire-emissions-least-23-years-europe-after-hectic-summer.
Beispiel für Wechselwirkung
In ihrem jüngsten Bulletin zu Luftqualität und Klima betonte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die eng miteinander verknüpften Wechselwirkungen zwischen Luftqualität und Klimawandel. Der Sommer 2025 sei hierfür ein deutliches Beispiel.