Ein rauchender Schornstein auf einem Wohnhaus. Im Hintergrund weht die Flagge von Großbrintannien.

Großbritannien senkt Emissionen – Vorbild für deutsche BImSchV

Die aktuellen Emissionszahlen aus Großbritannien setzen ein deutliches Signal: Die Emissionen aus häuslicher Verbrennung sind erneut gesunken. Nach den jüngsten Daten des Department for Environment, Food & Rural Affairs ging der Ausstoß von Partikelemissionen im vergangenen Jahr spürbar zurück, stärker als im nationalen Durchschnitt.

Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit einer konsequenten regulatorischen Weiterentwicklung und der breiten Einführung moderner, Ecodesign-konformer Feuerstätten. Der fortschreitende Austausch älterer Anlagen sowie technische Innovationen bei Verbrennungsführung und Emissionsminderung zeigen messbare Effekte im Emissionsinventar.

Für die Initiative #ofenzukunft ist dieser Befund von grundsätzlicher Bedeutung. Sprecher Robert Mülleneisen sieht darin einen klaren Hinweis darauf, dass Modernisierungspolitik funktioniert. „Die Zahlen aus Großbritannien belegen, dass eine systematische Weiterentwicklung des Anlagenbestands wirkt“, erklärt Mülleneisen. „Auch in Deutschland müssen wir den Bestand an älteren Feuerstätten im Sinne der Luftreinhaltung modernisieren.“

Aus seiner Sicht könnte eine sachgerechte und technologieoffene Überarbeitung der Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) einen vergleichbaren Modernisierungsschub auslösen. Der vorhandene Gerätebestand sei nach wie vor groß, viele Anlagen entsprächen nicht dem heutigen Stand der Technik. „Das Bundesumweltministerium muss hier endlich tätig werden“, so Mülleneisen weiter. „Kundinnen und Kunden sowie das Handwerk warten seit Jahren auf klare, verlässliche und rechtssichere Rahmenbedingungen.“

Die Branche verfügt über leistungsfähige, emissionsarme Technologien. Moderne Einzelraumfeuerstätten arbeiten deutlich effizienter und sauberer als frühere Generationen. Der Innovationspfad ist intakt und entwickelt sich kontinuierlich weiter.

Die britischen Emissionsdaten liefern damit nicht nur eine statistische Momentaufnahme, sondern auch einen politischen Impuls: Wo Modernisierung planbar gestaltet wird, entstehen messbare Verbesserungen für die Luftqualität. Für Deutschland eröffnet eine zeitgemäße Weiterentwicklung der 1. BImSchV die Chance, diesen Weg konsequent zu beschreiten.

4.7 3 Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt

Weitere Beiträge

  • Zahlen
  • Wirtschaft
  • Innovationen
  • Positionen
  • Umwelt
Rauch steigt während des Sonnenuntergangs aus dem Schornstein des Hauses auf.

Staubemissionen aus Holzfeuerungen: Neue Daten aus Österreich differenzieren die Debatte

20. April 2026

Ein aktuelles Factsheet der Forschungseinrichtung BEST zeigt, wo die wesentlichen Ursachen für Feinstaubemissionen liegen – und welche Hebel für eine wirksame Minderung entschei-dend sind.

Neuer Kennzahlenbericht rückt energetische Holznutzung in ein anderes Licht

15. April 2026

Die aktuelle Datenauswertung der Charta für Holz 2.0 zeigt: Wälder, Rohstoffströme und Klimabilanzen entwickeln sich anders, als es viele lange angenommen haben. Das hat Folgen für die politische Bewertung der energetischen Nutzung von Holz.

Rund 18 Prozent der in Deutschland verbrauchten Wärme stammten 2024 aus regenerativen Energien. Der Anteil der Bioenergie daran liegt bei 81 Prozent, wobei biogene Festbrennstoffe – vor allem Holz – am stärksten zur erneuerbaren Wärmeerzeugung beitrugen. Grafik: FNR

Biomasse bleibt wichtigste erneuerbare Wärmequelle

23. Juli 2025

Bioenergie war mit einem Anteil von über 80 Prozent auch 2024 der Hauptlieferant erneuerbarer Wärme in Deutschland.

Nach oben scrollen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x