Porträt Robert Mülleneisen

Geplante Vereinfachung der Wärmeplanung könnte dezentrale Holzwärme stärken

Der jetzt vorgelegte Entwurf zur Änderung des Wärmeplanungsgesetzes wird von der Initiative #ofenzukunft grundsätzlich positiv bewertet. „Der Entwurf ist aus unserer Sicht ein interessantes Signal“, sagt Robert Mülleneisen, Sprecher der Initiative #ofenzukunft. „Die Politik erkennt zunehmend an, dass die Wärmewende nicht überall ausschließlich über große zentrale Infrastrukturen organisiert werden kann. Gerade moderne Holzfeuerstätten können vielerorts eine sinnvolle und resiliente Ergänzung der Wärmeversorgung sein.“ Die Bundesregierung plant unter anderem ein vereinfachtes Verfahren für Kommunen mit bis zu 15.000 Einwohnern. Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit noch im parlamentarischen Verfahren.

Aus Sicht der Initiative #ofenzukunft könnte die geplante Neuregelung insbesondere für den ländlichen Raum relevant werden. Denn die sogenannte „kleine Wärmeplanung“ soll den Aufwand für kleinere Kommunen deutlich reduzieren und stärker auf praktikable Lösungen vor Ort ausgerichtet werden. Bemerkenswert ist dabei aus Sicht der Initiative vor allem, dass kleine Kommunen ihr Gebiet zunächst grundsätzlich als Bereich für dezentrale Wärmeversorgung darstellen können. Nur dort, wo konkrete Hinweise auf wirtschaftliche Wärmenetze oder andere leitungsgebundene Lösungen bestehen, sollen vertiefte Prüfungen notwendig werden.

„Das ist ein Schritt hin zu mehr Realitätssinn in der Diskussion“, so Mülleneisen weiter. „In vielen Regionen Deutschlands gehören dezentrale Heizlösungen seit Jahrzehnten selbstverständlich zur Wärmeversorgung. Moderne Einzelraumfeuerstätten können dabei Versorgungssicherheit, Resilienz und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbinden.“ Nach Angaben der Bundesregierung wären von dem vereinfachten Verfahren rund 90 Prozent aller Gemeinden in Deutschland betroffen. Ziel sei es, Planungsverfahren einfacher, schneller und weniger bürokratisch zu gestalten.

#ofenzukunft verweist in diesem Zusammenhang auch auf die eigene Studie zur Versorgungssicherheit durch Einzelraumfeuerstätten. Darin wird untersucht, welche Rolle dezentrale Holzwärme bei Stromausfällen, Netzengpässen oder anderen Krisensituationen spielen kann. Der aktuelle Gesetzentwurf enthält daneben weitere Änderungen, etwa Vereinfachungen bei der Datenerhebung für die Wärmeplanung. Ob und in welcher Form die geplanten Änderungen tatsächlich umgesetzt werden, wird sich im weiteren parlamentarischen Verfahren zeigen.

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