Portrait Hubert Aiwanger

Aiwanger appelliert: Wer noch keinen Holzofen hat, soll sich einen kaufen

Hubert Aiwanger hat sich in einem Interview mit der Bayerischen Staatszeitung klar für das Heizen mit Holz ausgesprochen. „Wer einen Holzofen hat, soll ihn nutzen. Wer noch keinen hat, aber einen einbauen könnte, soll sich einen kaufen“, sagte der bayerische Wirtschaftsminister. Er begründet das mit Versorgungssicherheit in Krisenzeiten und verweist darauf, dass aktuell jeder dritte Haushalt in Bayern einen Holzofen besitzt.

Moderne Technik im Mittelpunkt

Dabei verbindet Aiwanger seinen Appell ausdrücklich mit moderner Technik. Moderne Einzelraumfeuerstätten seien nicht mit alten Öfen früherer Generationen gleichzusetzen; sie erreichten hohe Wirkungsgrade und niedrige Emissionswerte. Für ältere Anlagen setzt er ausdrücklich auf Austausch oder Nachrüstung. Holzenergie erscheint in dieser Lesart nicht als Rückgriff auf vergangene Zeiten, sondern als regulierter und technisch weiterentwickelter Bestandteil eines breiteren Wärmemixes.

Pakt Holzenergie als politischer Rahmen

Die Aussagen stehen zugleich in einem größeren politischen Zusammenhang. Bayern hat den „Pakt Holzenergie Bayern“ 2024 gestartet, um moderne Holzenergie für Wohngebäude, Wärmenetze sowie Prozesswärme in Gewerbe und Industrie zu stärken. Schon bei der Vorstellung des Pakts betonte das Wirtschaftsministerium, dass Holzenergie verlässlich verfügbar, speicherbar und gut mit anderen Wärmetechnologien wie Solarthermie oder Wärmepumpen kombinierbar sei.

Im Januar 2025 wurde dieser Ansatz auf eine breitere Basis gestellt. Auf Initiative Bayerns unterzeichneten fünf Bundesländer sowie zahlreiche Bundes- und Landesverbände auf der Grünen Woche die Erklärung „Nutzung der nachhaltigen Holzenergie“. Darin wird Holzenergie als elementarer Baustein der Energie- und Wärmewende eingeordnet; zugleich fordern die Unterzeichner technologieoffene Rahmenbedingungen und lehnen eine CO₂-Bepreisung der Holzenergie ab.

GVOB bereits Partner der Länderinitiative

Für die Ofenbranche ist das auch deshalb relevant, weil der GesamtVerband OfenBau e.V. (GVOB), Träger der Initiative #ofenzukunft, der Länderinitiative Holzenergie als Partner angehört. Bei einem parlamentarischen Abend in Berlin kamen 17 weitere Unterstützer hinzu, darunter der GVOB. Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums sind damit Ministerien aus sieben Bundesländern in der Initiative vertreten, die zusammen für mehr als 70 Prozent des deutschen Holzvorrats stehen.

Bereits anlässlich dieses Beitritts machte GVOB-Vorsitzender Robert Mülleneisen deutlich, dass der Verband großes Potenzial sieht, Holzenergie als tragfähige Säule der Energiewende weiter voranzubringen: „Hubert Aiwanger setzt mit seiner klaren Unterstützung für moderne Holzenergie ein wichtiges Signal. Dafür danken wir ihm ausdrücklich. Wer ernsthaft über eine sichere und technologieoffene Wärmewende spricht, darf den Holzofen nicht ausblenden. Moderne Holzfeuerungen sind regional verankert, speicherbar und sinnvoll mit anderen Systemen kombinierbar.“

Holz bleibt ein Baustein der Wärmewende

Aiwangers Appell passt damit in eine politische Linie, die Holzenergie nicht als Ersatz für andere erneuerbare Lösungen versteht, sondern als ergänzenden Baustein. Genau das ist auch die Stoßrichtung des Pakts Holzenergie und der Länderinitiative, der der GVOB heute als Partner angehört.

Portrait Hubert Aiwanger
Der bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger setzt ein klares Statement für den Holzofen. Fotovermerk: StMWi/R.Dier
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22 Tage ago

Lieber Herr Aiwanger, wir hatten einen wertigen Schwedenofen in unserem Bären Kleinsthäuserl. Der Kaminkehrer hat uns belehrt , dass dieser nur mit massiven (teuren!) Umbauten noch betrieben werden dürfte. Er hat aber in unserem Kleisthäuschen aus den 60ern tadellos funktioniert. Wir haben einen wertigen Schwedenofen jetzt entsorgt und hatten Ruhe vor den Behörden. Einen Plan b haben wir nicht mehr. Das Dach eignet sich auch nicht für Solarzellen und eine lärmende Heiztherme, selbst wenn wir das permanente Brummen ertragen geht auch nicht. Was bitte, erzhlen uns all diese Leute. Selbst unser Schreiner darf seine Holzheizung nicht für alle seine Werkräume benutzen, nur für einen, obwohl es für die gesamte Werkstatt ginge. Was erzählen Sie uns da für Märchen??? Wenn‘s kalt wird, sind wir Kleinen aufgeschmissen.mfg

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