Eine aktuelle Analyse aus Österreich sieht bei Holzheizungen sinkende Feinstaubemissionen – allerdings unter klaren Voraussetzungen. Das Forschungszentrum BEST kommt in seinem „Factsheet Staubemissionen – Update 2025“ zu dem Ergebnis, dass moderne Anlagen und der Austausch alter Geräte die Belastung bis 2050 deutlich verringern könnten. Vorgestellt wurde die Untersuchung über eine Aussendung des Österreichischen Biomasse-Verbands.
Sauberer bedeutet dabei nicht emissionsfrei. Für das Jahr 2023 beziffert das Factsheet die PM10-Emissionen von Biomassekleinfeuerungen in Wohn-, Gewerbegebäuden und öffentlichen Einrichtungen auf 4.978 Tonnen. Das entsprach laut Bericht 19,0 Prozent der gesamten österreichischen Feinstaubemissionen. Der Trend zeigt aus Sicht der Autoren dennoch nach unten: 2017 lagen die entsprechenden Emissionen demnach noch bei 6.956 Tonnen beziehungsweise 24,9 Prozent.
Szenario statt Messung
Wichtig für die Einordnung ist die Methode. Das Papier beschreibt keine direkt gemessene Entwicklung bis 2050, sondern eine Szenariorechnung auf Basis der österreichischen Luftschadstoff-Inventur des Umweltbundesamts und eines Wärmezukunftsszenarios der TU Wien. Eingerechnet werden unter anderem ein höherer Anteil automatischer Biomassekessel, Effizienzgewinne und ein sinkender Wärmebedarf durch Gebäudedämmung.
Der häufig genannte Wert von rund 90 Prozent weniger Staub ist deshalb nur mit Blick auf den jeweiligen Bezugspunkt verständlich. Im Factsheet sinken die PM10-Emissionen der betrachteten Wohn-, Gewerbe- und öffentlichen Gebäude von 5.642 Tonnen im Jahr 2020 auf 863 Tonnen im Jahr 2050. Das entspricht rechnerisch einem Rückgang von rund 85 Prozent. Gegenüber 1990 weist der Bericht – je nach angesetztem Grenzwert-Szenario – Reduktionen von 92 bis 98 Prozent aus.
Vor allem alte Anlagen treiben die Emissionen
Nach Angaben der Autoren liegt der Hauptteil der Belastung weiterhin bei älteren Systemen. Allesbrenner und Naturzugkessel verursachen laut Factsheet mehr als die Hälfte der Emissionen aus Kleinfeuerungen. Moderne automatische Kessel kommen dagegen nur auf 2,6 Prozent, Öfen und Herde auf 3,5 Prozent. Für die Autoren ist deshalb vor allem der Austausch veralteter Technik der entscheidende Hebel.
Grenzwerte sind bereits deutlich niedriger
Parallel dazu sind die Anforderungen an neue Geräte verschärft worden. In der aktuellen Richtlinie des österreichischen Umweltzeichens UZ 37 gelten bei Nennlast für Pellets- und Hackgutkessel Staubgrenzwerte von 7 mg/MJ, für Stückholzkessel 10 mg/MJ. Im Factsheet argumentieren die Autoren, dass zusätzliche Verschärfungen zwar weitere Minderungen bringen können, der größere Hebel aber im Ersatz alter Anlagen liegt.
Was sich daraus ableiten lässt
Die österreichische Analyse stützt die These, dass Holzheizungen technisch sauberer werden können, wenn alte Geräte ersetzt und neue Anlagen korrekt betrieben werden. Zugleich bleibt Feinstaub ein relevantes Thema: Das Umweltbundesamt verweist in seiner vorläufigen Luftqualitätsbilanz für 2025 darauf, dass niedrige Feinstaubwerte nicht allein auf Heiztechnik zurückzuführen sind, sondern auch auf milde Wintermonate und andere Emissionsquellen wie den Verkehr. Für die Praxis heißt das: Die Studie beschreibt einen plausiblen technischen Entwicklungspfad, aber keinen Selbstläufer. Entscheidend bleibt, wie schnell Altanlagen tatsächlich aus dem Bestand verschwinden.