Die sicherheitspolitische Tonlage verschärft sich – und Berlin reagiert. Wie Table.Media am 12. April 2026 berichtet, will das Bundesministerium des Innern nun doch einen Organisationsplan für den zivilen Verteidigungsfall erarbeiten. Was genau dieser Plan enthalten soll, bleibt bislang unklar. Gerade das sorgt jedoch für neue Debatten darüber, welche Infrastrukturen im Ernstfall tatsächlich tragfähig sind.
Die Initiative #ofenzukunft begrüßt den Vorstoß grundsätzlich – fordert aber zugleich, eine zentrale Leerstelle von Beginn an zu schließen: die Einbindung der dezentralen Wärmeversorgung. Denn bisher ist nicht erkennbar, ob und in welcher Form Einzelraumfeuerstätten überhaupt eine Rolle spielen werden.
Dabei ist das Potenzial erheblich. Rund 25 Millionen Menschen in Deutschland werden über etwa 11,7 Millionen Feuerstätten erreicht – eine bestehende Infrastruktur, die im Krisenfall unabhängig von Strom und Netzen funktionieren kann. Dennoch taucht sie in den bekannten Katastrophenschutzplanungen bislang nicht auf.
„Gerade weil wir noch nicht wissen, wie der Plan konkret aussieht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diese Perspektive einzubringen“, betont Robert Mülleneisen. „Wenn Zivilschutz strategisch neu gedacht wird, darf die vorhandene Wärmeinfrastruktur nicht wieder außen vor bleiben.“ Die Initiative fordert daher nachdrücklich, Einzelraumfeuerstätten von Anfang an in die Konzeption einzubeziehen.
Zugleich signalisiert #ofenzukunft Gesprächsbereitschaft. Man stehe bereit, gemeinsam mit Politik und Verwaltung auszuloten, wie sich die dezentrale Wärmeversorgung sinnvoll in bestehende und künftige Strukturen integrieren lasse – sowohl als kurzfristige Resilienzoption im Krisenfall als auch als Baustein langfristiger Versorgungssicherheit.
Als fachliche Grundlage verweist die Initiative auf ihre Studie „Im Ernstfall zählt Wärme – Versorgungssicherheit durch Einzelraumfeuerstätten“, die die Rolle dezentraler Heizsysteme im Kontext von Resilienz und Energiesystemstabilität detailliert untersucht. Ob diese Perspektive im angekündigten BMI-Plan aufgegriffen wird, ist offen – die Forderung, sie mitzudenken, steht nun umso deutlicher im Raum.