„Wir wollen die nötige Wärmewende nicht torpedieren", sagt Robert Mülleneisen von der Initiative #ofenzukunft: "Im Gegenteil. Wir Ofenbauer nehmen unsere Verantwortung ernst und arbeiten mit Hochdruck an einer noch effizienteren Abgasreinigung. Deshalb sind wir auch nicht bereit, uns ständig beschimpfen zu lassen.“

Sechs Forderungen der Ofenbranche an die Politik

Politikerinnen und Politiker, die in Deutschland über die Energiepolitik und den Zivil- und Katastrophenschutz entscheiden, sollten diese Studie kennen: „Im Ernstfall zählt Wärme – Warum Millionen Holzöfen für Deutschland unverzichtbar sind“. Die Initiative #ofenzukunft hat darin ausgeleuchtet, welche Bedeutung 11,7 Mio. Holz- und Kaminöfen für die Versorgungssicherheit und für die Widerstandskraft in Krisenfällen haben. Und sie stellt sechs Forderungen an die Politik:

  1. Politische Anerkennung

Holzöfen sind eine Schlüsseltechnologie für Resilienz. Sie müssen in alle nationalen und europäischen Strategien zur Versorgungssicherheit aufgenommen werden. Ohne sie bleibt jede Planung unvollständig.

  1. Verbindliche Modernisierung

Alte, ineffiziente Anlagen dürfen nicht länger ein Sicherheitsrisiko darstellen. Es braucht klare Austauschregeln – zügig und flächendeckend.

  1. Förderung auf Augenhöhe

Der aktuelle Zustand ist inakzeptabel: Moderne Öfen werden in nahezu allen Förderprogrammen systematisch ignoriert, zum Teil gelten sie sogar als förderschädlich. Das ist ein Schlag ins Gesicht einer ganzen Branche, die seit Jahren in emissionsarme und effiziente Technologien investiert. Eine technologieoffene Förderung muss endlich sicherstellen, dass auch dezentrale Biomasseöfen gleichberechtigt berücksichtigt werden.

  1. Lastmanagement verknüpfen

Speicheröfen müssen Teil der Lastmanagement-Strategien werden. Wer variable Stromtarife, smarte Netze und Krisenpläne entwickelt, darf diese Reserveoption nicht außen vorlassen.

  1. Nutzer verpflichtend schulen

Wer mit Holz heizt, muss wissen, wie er es richtig macht. Gesetzlich verankerte Einweisungen sind unerlässlich für Effizienz und Emissionsminderung.

  1. Resilienz im Ernstfall stärken

Holz ist die einzige Wärmequelle, die unabhängig von Netzen jederzeit verfügbar bleibt. Dieser Vorteil muss endlich systematisch in der staatlichen Vorsorgeplanung berücksichtigt werden.

Unser Appell an Politik und Verwaltung

Die Experten für das Heizen mit Holz bieten den Dialog an: „Wir, die Ofen- und Kaminbranche, sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir verfügen über das Know-how, die Technologien und die Geräte, die Deutschland in Krisenzeiten widerstandsfähiger machen. Aber wir erwarten, dass Politik und Verwaltung endlich handeln: mit klaren Regeln, konsequenter Förderung und dem unmissverständlichen Signal, dass Holzöfen ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgungssicherheit sind. Ohne diesen Schritt bleibt die Energiewende lückenhaft, die Resilienz unvollständig und die Versorgungssicherheit gefährdet. Mit uns dagegen wird die Wärmewende krisenfest, klimaneutral und bezahlbar.“

Die gesamte Studie zum Download finden Sie hier

„Wir wollen die nötige Wärmewende nicht torpedieren", sagt Robert Mülleneisen von der Initiative #ofenzukunft: "Im Gegenteil. Wir Ofenbauer nehmen unsere Verantwortung ernst und arbeiten mit Hochdruck an einer noch effizienteren Abgasreinigung. Deshalb sind wir auch nicht bereit, uns ständig beschimpfen zu lassen.“
Fordert die für Energiepolitik und Katastrophenschutz zuständigen Politiker in Deutschland auf, das Heizen mit Holz neu zu bewerten: Robert Mülleneisen, Präsident des Gesamtverbands Ofenbau Deutschlands (GVOB). Foto: ofenzukunft.de
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