Ein Stapel Scheitholz. Foto: Jackie Davies/adobe stock

Holzenergie soll bei der Wärmewende stärker berücksichtigt werden

Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) rückt die Holzenergie erneut in den Fokus der Debatte um die künftige Wärmeversorgung in Deutschland. Der Verband bezeichnet Holzwärme als wichtigen Baustein der Wärmewende und fordert, heimische Holzenergie bei politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Hintergrund sind die weiterhin hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im Wärmesektor sowie die Frage, wie eine bezahlbare und zugleich klimafreundliche Wärmeversorgung gelingen kann.

Verband warnt vor neuer Abhängigkeit von fossilen Energien

Nach Darstellung des BEE setzen die Eckpunkte des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes in der Wärmeversorgung weiterhin auch auf Öl und Gas. Der Verband sieht darin ein Risiko, weil geopolitische Spannungen und Preisschwankungen auf den Energiemärkten die Versorgung verteuern und unsicherer machen können. Aus Sicht des BEE sollte die Wärmewende deshalb stärker auf heimische erneuerbare Energieträger gestützt werden. Holzenergie wird in dem Papier ausdrücklich als regionale und verfügbare Option genannt, die vor allem im Gebäudebestand, in ländlichen Räumen und in Wärmenetzen eine Rolle spielen könne.

Holz bleibt ein bedeutender erneuerbarer Wärmeträger

Dass Holzenergie im Wärmesektor bereits heute eine erhebliche Bedeutung hat, zeigen auch die vom Verband angeführten Zahlen. Demnach wurden 2024 rund 61 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland aus Holz gewonnen. Der BEE verweist zudem darauf, dass Holzenergie im selben Jahr einen erheblichen Beitrag zur Vermeidung von CO₂-Emissionen geleistet habe. Damit macht der Verband deutlich, dass es sich bei Holzwärme nicht um eine Randtechnologie handelt, sondern um einen bereits etablierten Bestandteil der erneuerbaren Wärmeversorgung.

Nachhaltigkeit bleibt der zentrale Streitpunkt

Gleichzeitig bleibt die energetische Nutzung von Holz umstritten. Kritiker verweisen seit Jahren auf mögliche Belastungen für Wälder und die Klimabilanz. Der BEE hält dagegen, dass nachhaltige Waldwirtschaft und energetische Nutzung kein Widerspruch seien. In dem Positionspapier wird argumentiert, dass der Blick auf den Wald als Gesamtsystem entscheidend sei. Zudem verweist der Verband darauf, dass in Deutschland über längere Zeiträume betrachtet mehr Holz nachwachse, als genutzt werde. Die vierte Bundeswaldinventur zeigt, dass der Holzvorrat zuletzt weitgehend stabil geblieben ist, auch wenn der Zustand der Wälder durch Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall deutlich unter Druck geraten ist.

Gerade diese Schäden sind aus Sicht des Verbandes ein weiteres Argument für eine aktive Waldbewirtschaftung. Der Umbau hin zu klimaresilienteren Mischwäldern, so die Position des BEE, erfordere Pflege und Nutzung. Holz, das nicht stofflich verwendet werden könne, solle deshalb weiterhin energetisch nutzbar bleiben. Auch hier verweist der Verband auf das Prinzip der Kaskadennutzung: Hochwertiges Holz werde zunächst etwa im Bau oder in der Möbelproduktion eingesetzt, energetisch verwertet würden überwiegend Rest- und Nebenprodukte.

Debatte über die Rolle der Holzenergie dürfte anhalten

Mit seinem Positionspapier versucht der BEE, die politische Diskussion über die Wärmewende neu zu justieren. Der Verband fordert keine Abkehr von anderen erneuerbaren Technologien, sondern eine stärkere Anerkennung der Holzenergie als Teil eines breiteren Technologiemixes. Ob diese Argumentation in der politischen Debatte auf Resonanz stößt, dürfte auch davon abhängen, wie künftige gesetzliche Rahmenbedingungen ausgestaltet werden und wie die Nachhaltigkeitsanforderungen an die energetische Holznutzung konkret definiert werden. Klar ist bereits jetzt: Die Frage, welche Rolle Holz künftig in der Wärmeversorgung spielen soll, bleibt ein umkämpftes Thema der Energiewende.

Das Positionspapier des BEE finden Sie hier.

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