Holzofen in einem Wohnzimmer.

Energiepreise und Versorgungssicherheit beim Heizen mit Holz

Ein Kamin- oder Kachelofen kann die Hauptheizung entlasten und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten schaffen. Wann sich Zuheizen rechnet und welchen Beitrag eine geeignete Feuerstätte zur Krisenvorsorge leistet, hängt vom Brennstoffpreis, der Technik und ihrer Nutzung ab. Die Studie „Im Ernstfall zählt Wärme“ der Initiative #ofenzukunft zeigt, warum beides zusammen betrachtet werden sollte.

Die Diskussion über Energiepreise erreicht viele Haushalte vor Beginn der Heizperiode. Wie teuer wird der Winter? Wie lässt sich der Verbrauch der Hauptheizung senken? Und welche Möglichkeiten bleiben, wenn diese einmal ausfällt? Wer bereits einen Kamin- oder Kachelofen besitzt, hat eine zusätzliche Wärmequelle im Haus. Deren Nutzen reicht über die angenehme Wärme eines Feuers hinaus: Sie erlaubt es, einen Teil des Heizbedarfs mit einem anderen Energieträger zu decken und Brennstoff vor Ort bereitzuhalten.

Die aktuelle Marktlage verlangt eine genaue Einordnung. Im Quick-Check vom 22. September 2026 beziffert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft den durchschnittlichen Gaspreis für zum 1. September abschließbare Haushaltsverträge auf 13,0 Cent je Kilowattstunde. Das sind 1,9 Cent mehr als zu Jahresbeginn. Zugleich betont der BDEW, dass der Preisanstieg an den Großhandelsmärkten deutlich geringer ausfällt als 2021 und 2022 und die Gasimporte stärker diversifiziert sind. Steigende Preise bedeuten deshalb nicht automatisch eine bevorstehende Versorgungslücke. Für Haushalte bleibt dennoch sinnvoll, die eigenen Heizkosten und Alternativen zu prüfen.

Auch Holz hat einen Preis, der sich verändert. Das Technologie- und Förderzentrum in Straubing nennt in seiner Preisübersicht mit Stand Juli 2026 für ofenfertige Buchenscheite von 33 Zentimetern Länge durchschnittlich rund 145 Euro je Raummeter, einschließlich Mehrwertsteuer und Lieferung im Umkreis von zehn Kilometern. Das entspricht 9,40 Cent je Kilowattstunde Brennstoffenergie. Hinter dem Mittelwert liegen erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Der örtliche Einkaufspreis entscheidet deshalb wesentlich darüber, ob und wie viel ein Haushalt beim Zuheizen sparen kann.

Für einen fairen Vergleich zählt die Wärme, die tatsächlich im Raum ankommt. Eine illustrative Rechnung: Bei 9,40 Cent je Kilowattstunde Holzenergie und einem angenommenen Nutzungsgrad von 80 Prozent kostet die nutzbare Ofenwärme rund 11,8 Cent je Kilowattstunde. Hat ein Haushalt einen Gas-Arbeitspreis von beispielsweise 12 Cent und erzielt seine Heizung einen Nutzungsgrad von 90 Prozent, ergeben sich rund 13,3 Cent je Kilowattstunde Wärme. Ersetzt der Ofen unter diesen Annahmen 3.000 Kilowattstunden Gaswärme, beträgt der rechnerische Brennstoffkostenvorteil rund 48 Euro. Günstiger eingekauftes Holz oder ein höherer Gas-Arbeitspreis vergrößern den Abstand. Die Rechnung ist ein Beispiel, keine allgemeine Ersparnisprognose; der BDEW-Durchschnittspreis ist nicht mit dem individuellen Arbeitspreis gleichzusetzen.

Wartung, Schornsteinfeger, mögliche Anschaffungskosten und der eigene Aufwand kommen hinzu. Der Grundpreis des Gasanschlusses entfällt durch Zuheizen normalerweise nicht. Für einen vorhandenen Ofen ist daher eine andere Rechnung sinnvoll als für eine Neuanschaffung. Auch gegenüber einer Wärmepumpe entscheidet das konkrete Verhältnis aus Strompreis und Effizienz: Bei beispielhaft 30 Cent je Kilowattstunde Strom und einer Arbeitszahl von drei kostet die erzeugte Wärme zehn Cent je Kilowattstunde. Holz ist also nicht in jeder Situation günstiger. Eine zweite Wärmequelle erweitert aber die Wahlmöglichkeiten.

Zuheizen senkt den Verbrauch der Hauptheizung nur, wenn deren Wärme tatsächlich ersetzt wird. Läuft die Zentralheizung unverändert weiter und steigt lediglich die Raumtemperatur, entsteht vor allem zusätzlicher Komfort. Entscheidend sind eine passende Ofenleistung, die Wärmeverteilung im Gebäude und eine darauf abgestimmte Heizungsregelung. Ein Ofen im Wohnbereich erwärmt nicht automatisch entfernte Schlafzimmer oder das Warmwasser. Besonders sinnvoll kann sein, die häufig genutzten Räume gezielt zu beheizen und die Hauptheizung dort entsprechend zurückzunehmen. Welche Einstellung dafür passt, lässt sich mit dem Fachbetrieb klären.

Über die Kostenfrage hinaus richtet die Studie „Im Ernstfall zählt Wärme“ den Blick auf die Widerstandsfähigkeit der Wärmeversorgung. Die Untersuchung der Initiative #ofenzukunft betrachtet die rund 11,7 Millionen Einzelraumfeuerstätten in Deutschland als vorhandenes dezentrales Potenzial. Sie unterscheidet zwischen einer verlässlichen Energieversorgung im regulären Betrieb und der Fähigkeit, bei außergewöhnlichen Störungen handlungsfähig zu bleiben. Im Alltag können geeignete Feuerstätten die Hauptheizung ergänzen; im Ernstfall kann ein stromunabhängiger Scheitholzofen zumindest einen beheizten Aufenthaltsraum ermöglichen. Die Studie beschreibt zudem Potenziale zur Entlastung elektrischer Heizlasten, wenn Ofen und Wärmepumpe abgestimmt zusammenarbeiten. Daraus folgt kein pauschales Einsparversprechen für jedes Gebäude.

Der praktische Vorteil eines Holzvorrats liegt darin, dass die Energie bereits am Haus verfügbar ist. Wie wichtig eine solche Vorbereitung sein kann, unterstreicht auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Es empfiehlt Besitzern eines Kamins oder Ofens, Brennstoff zu bevorraten und sich zu alternativen Heizquellen fachlich beraten zu lassen. Dabei muss die konkrete Anlage für den vorgesehenen Betrieb geeignet sein. Bei Pelletöfen, wasserführenden Feuerstätten und elektrisch unterstützten Anlagen darf Stromunabhängigkeit nicht vorausgesetzt werden. Fachbetrieb und Hersteller können klären, welche Funktionen ohne Netzstrom erhalten bleiben. Ein warmer Aufenthaltsraum bedeutet außerdem noch keine vollständige Versorgung des Hauses.

Wer diese Möglichkeit nutzen möchte, sollte die Feuerstätte vor der Heizperiode prüfen lassen und geeigneten Brennstoff trocken lagern. Zum verantwortungsvollen Betrieb gehören passende Brennstoffmengen und die richtige Luftzufuhr, wie sie das TFZ in seinen Hinweisen zum Heizen mit Holz erläutert. Ein gut geplanter und richtig betriebener Ofen kann damit zwei Aufgaben erfüllen: im Alltag einen Teil der Wärmeversorgung übernehmen und bei Störungen eine zusätzliche Option bieten. Ob er zugleich Heizkosten spart, zeigt die individuelle Rechnung. Sein Wert als Wärmereserve lässt sich am Brennstoffpreis allein jedoch nicht ablesen.

Fotovermerk: Bild wurde mit KI-Inhalten anpepasst.

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