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München zeigte sich Ende Mai von seiner sommerlichen Seite. Bei Temperaturen von fast 30 Grad trafen sich Vertreter des europäischen Ofenbauerhandwerks zum VEUKO-Kongress in Ismaning, nahe der bayerischen Landeshauptstadt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen allerdings nicht die richtig warmen Tage des Jahres, sondern die Wärmeversorgung von morgen: Versorgungssicherheit, Luftqualität, Fachkräftesicherung und die künftigen Rahmenbedingungen für das Heizen mit Holz.
Delegationen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn, Estland, Litauen, Luxemburg, Rumänien und Südtirol nutzten die Tagung, um aktuelle Entwicklungen in ihren Ländern vorzustellen und gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren. Die Vereinigung Europäischer Verbände des Kachelofenbauer- und Hafner-Handwerks (VEUKO) versteht sich dabei seit vielen Jahren als gemeinsame Stimme des europäischen Ofenbauerhandwerks. Trotz unterschiedlicher nationaler Rahmenbedingungen verbindet die Mitgliedsverbände ein gemeinsames Ziel: die Zukunft des Handwerks und moderner Holzfeuerungen aktiv mitzugestalten.
Bereits am Vortag der eigentlichen Sitzungen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Firma BRUNNER in Eggenfelden zusammen. Das Familienunternehmen gewährte Einblicke in Entwicklung, Fertigung und Unternehmensphilosophie eines modernen europäischen Ofenherstellers. Zugleich bot der Besuch Gelegenheit für persönliche Gespräche und erste fachliche Diskussionen. In familiärer Atmosphäre entstanden bereits vor dem offiziellen Beginn der Tagung zahlreiche Gespräche über gemeinsame Herausforderungen und Perspektiven der Branche.
„Ofenbau verbindet seit Generationen handwerkliche Tradition mit technischer Innovation. Gerade deshalb ist der europäische Austausch heute wichtiger denn je“, sagte Hubertus Brunner, Geschäftsführer der BRUNNER GmbH, beim Auftakt der Tagung in Eggenfelden.
Gastgeber der Tagung war die HAGOS eG, in deren Niederlassung in Ismaning die Sitzungen und Länderberichte stattfanden. „Die hohe Beteiligung aus ganz Europa unterstreicht die Bedeutung des persönlichen Austauschs für unsere Branche. Trotz unterschiedlicher nationaler Rahmenbedingungen stehen wir vielfach vor denselben Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, voneinander zu lernen und gemeinsame Positionen zu entwickeln“, erklärte Guido Eichel, Vorstandsvorsitzender der HAGOS eG, Vorstandsmitglied des Gesamtverbandes Ofenbau Deutschland (GVOB) sowie Beirat der Initiative #ofenzukunft.
Die Berichte aus den einzelnen Ländern machten deutlich, dass sich die Themen vielerorts ähneln. Diskutiert wurden Fragen der Nachwuchsgewinnung, der beruflichen Qualifizierung, der politischen Interessenvertretung sowie der öffentlichen Wahrnehmung moderner Holzfeuerungen. Zahlreiche Verbände berichteten von Gesprächen mit Ministerien, Parlamenten und Behörden sowie von Kommunikationskampagnen zur Stärkung des Handwerks und zur Information der Öffentlichkeit.
Breiten Raum nahm auch die Frage ein, welche Rolle Holzfeuerungen künftig in einem sich wandelnden Energiesystem spielen können. Mehrere Verbände berichteten von einem gestiegenen Interesse an unabhängigen und dezentralen Heizlösungen. Versorgungssicherheit, Resilienz und die Fähigkeit, auch in Krisensituationen Wärme bereitstellen zu können, gewinnen in vielen europäischen Ländern wieder an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund stellte Dr. Johannes R. Gerstner, Berater der Initiative #ofenzukunft, die Arbeit der Plattform sowie aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland und Europa vor. Im Mittelpunkt standen die Themen Versorgungssicherheit, Wärmewende und die laufende Überarbeitung der europäischen Ecodesign-Regulierung für Einzelraumfeuerstätten.
„Viele der Diskussionen, die wir derzeit in Deutschland führen, werden in ähnlicher Form auch in anderen europäischen Ländern geführt. Das betrifft die Versorgungssicherheit ebenso wie die Luftreinhaltung oder die Ecodesign-Regulierung. Der europäische Austausch hilft dabei, voneinander zu lernen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln“, sagte Gerstner.
In seinem Vortrag erläuterte er den aktuellen Stand der Revision der europäischen Ecodesign-Verordnung. Einigkeit bestehe weitgehend darüber, dass Emissionen weiter reduziert werden sollen. Diskutiert werde jedoch intensiv über die konkrete Ausgestaltung künftiger Anforderungen, Prüfverfahren und Nachweismethoden. Aus Sicht vieler Verbände kommt es darauf an, ambitionierte Umweltziele mit technisch belastbaren, praxistauglichen und nachvollziehbaren Regelungen zu verbinden.
Darüber hinaus stellte #ofenzukunft aktuelle Projekte und Kommunikationsaktivitäten vor. Die Initiative hat sich in den vergangenen Jahren als Plattform für den Dialog zwischen Politik, Behörden, Verbänden, Medien und Öffentlichkeit etabliert. Mit Fachbeiträgen, Studien, Hintergrundanalysen und politischen Gesprächen begleitet sie zentrale Debatten rund um die Zukunft des Heizens mit Holz.
Auch die Nachwuchsfrage zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung. Während einige Länder über neue Ausbildungsmodelle und Qualifizierungsprogramme berichteten, investieren andere verstärkt in Öffentlichkeitsarbeit und Imagekampagnen, um junge Menschen für das Ofenbauerhandwerk zu gewinnen. Deutlich wurde dabei, dass die Sicherung von Fachkräften in nahezu allen europäischen Ländern zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben gehört.
Neben den fachlichen Sitzungen bot das Rahmenprogramm Gelegenheit, die Gastgeberregion kennenzulernen und den europäischen Austausch zu vertiefen. Ein gemeinsamer Stadtrundgang durch München, der Besuch des Hofbräuhauses, ein Abend in der BMW Welt sowie weitere Programmpunkte schufen Raum für Gespräche jenseits der Tagesordnung. Gerade diese Begegnungen tragen dazu bei, Kontakte zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die europäische Zusammenarbeit zu gewinnen.
Der VEUKO-Kongress 2026 hat erneut gezeigt, wie eng die europäischen Verbände inzwischen miteinander vernetzt sind. Luftqualität, Energiepreise, Versorgungssicherheit, Fachkräftemangel und europäische Regulierung betreffen die Branche in allen Ländern. Umso wichtiger bleibt der grenzüberschreitende Austausch, um gemeinsame Herausforderungen gemeinsam anzugehen und die Zukunft des Ofenbauerhandwerks aktiv zu gestalten.
Auch VEUKO-Präsident Robert Salvata zog ein positives Fazit der Veranstaltung. Er würdigte insbesondere die hohe Beteiligung der europäischen Mitgliedsverbände sowie die offene und konstruktive Atmosphäre der Gespräche. Sein Dank galt den Gastgebern der HAGOS eG und ihrem Vorstandsvorsitzenden Guido Eichel für die professionelle Organisation des Kongresses sowie der Firma BRUNNER für die Unterstützung und den gelungenen Auftakt der Veranstaltung in Eggenfelden. Der persönliche Austausch und die enge Zusammenarbeit der europäischen Verbände seien wichtige Voraussetzungen, um die gemeinsamen Herausforderungen der Branche erfolgreich zu bewältigen.
Am Ende blieb der Eindruck einer Branche, die ihre Tradition kennt und gleichzeitig aktiv an ihrer Zukunft arbeitet. Der Holzofen ist in Europa längst mehr als ein Symbol für Behaglichkeit. Er ist Gegenstand von Energiepolitik, Umweltpolitik, Handwerkspolitik und Krisenvorsorge. Genau darüber wurde in München diskutiert – sachlich, europäisch und mit dem gemeinsamen Ziel, die Zukunft des Heizens mit Holz verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
The Future of Stove Building Is European
European Stove-Building Sector Discusses the Future of Wood Heating in Munich
The Munich region welcomed participants with early summer weather at the end of May. With temperatures approaching 30 degrees Celsius, representatives of the European stove-building sector gathered for the VEUKO Congress in Ismaning. The focus of the discussions, however, was not the warm spring weather, but the future of heat supply in Europe: energy security, air quality, vocational training and the future framework conditions for wood heating.
Delegations from Germany, Austria, Switzerland, France, Italy, Poland, the Czech Republic, Slovakia, Slovenia, Hungary, Estonia, Lithuania, Luxembourg, Romania and South Tyrol met to exchange information on developments in their respective countries and to discuss common challenges. The European Association of Stove Builders‘ Organisations (VEUKO) has long served as a common platform and voice for the European stove-building sector. Despite differing national conditions, the member organisations share a common objective: to actively shape the future of the trade and modern wood heating technologies.
On the day before the official sessions began, participants gathered at BRUNNER in Eggenfelden. The family-owned company provided insights into the development, production and philosophy of a modern European stove manufacturer. The visit also created an opportunity for personal exchange and informal discussions among delegates from across Europe.
“Stove building combines traditional craftsmanship with technical innovation. That is precisely why European exchange and cooperation are more important than ever,” said Hubertus Brunner, Managing Director of BRUNNER GmbH, during the opening event in Eggenfelden.
The congress sessions and country reports were hosted by HAGOS eG at its premises in Ismaning. Representatives from across Europe presented developments in their markets and discussed issues ranging from vocational education and professional training to public communication, political advocacy and regulatory developments.
A recurring theme throughout the congress was the role of wood heating in a changing energy landscape. Several member organisations reported growing interest in independent and decentralised heating solutions. Energy security, resilience and the ability to provide heat during crisis situations are once again becoming important topics in many European countries.
VEUKO President Robert Salvata drew a positive conclusion from the event. He highlighted the strong participation of the European member organisations and the constructive atmosphere of the discussions. He also expressed his appreciation to HAGOS eG and its Chairman Guido Eichel for the professional organisation of the congress, as well as to BRUNNER for supporting the event and hosting the successful opening programme in Eggenfelden. Personal exchange and close cooperation among European associations, he noted, remain essential for addressing the common challenges facing the sector.
Another important topic was the future regulatory framework for wood heating in Europe. Discussions covered current developments in environmental legislation, air quality policy and the ongoing revision of the Ecodesign framework for local space heaters. Delegates agreed that further emission reductions remain an important objective, while also emphasising the need for technically sound, practical and verifiable regulations.
Participants also exchanged experiences regarding vocational training and workforce development. Many countries reported efforts to attract young people to the trade, modernise training systems and strengthen public awareness of stove-building craftsmanship. The shortage of skilled workers was identified as a common challenge across much of Europe.
Alongside the professional programme, participants had the opportunity to strengthen international relationships through a series of cultural and networking activities. A guided tour of Munich, visits to local landmarks and shared evening events provided additional opportunities for informal discussion and cooperation beyond the conference agenda.
The congress also included a presentation by Dr. Johannes R. Gerstner on current developments in Germany and at European level concerning energy policy, resilience and the ongoing Ecodesign discussions. His contribution reflected many of the themes that emerged throughout the country reports and demonstrated the growing importance of cross-border dialogue within the sector.
The VEUKO Congress 2026 once again demonstrated the value of European cooperation. Air quality, energy prices, energy security, vocational training and European regulation affect the sector in every country. The exchange of experiences and the development of common perspectives therefore remain essential for the future of stove building in Europe.
The overall impression was of a sector that respects its traditions while actively preparing for the future. Across Europe, wood heating is no longer viewed solely as a source of comfort. It has become part of wider discussions about energy policy, environmental policy, craftsmanship, resilience and sustainable heat supply. These were the issues that brought the European stove-building community together in Munich.